Mittwoch, 11. Januar 2017

Nie mehr ohne Milchpumpe (Erfahrungsbericht Medela Swing)

Wofür braucht man eine Milchpumpe? Das habe ich mich beim ersten Kind gefragt und zunächst gar keine Pumpe angeschafft. Schließlich lief die Stillzeit mit der Chaosbraut mehr als problemlos. Erst als mich nach ein paar Monaten der Drang nach ein wenig Freiheit und Unabhängigkeit überkam, nutzte ich eine Handpumpe.... oder sagen wir besser ich versuchte sie zu nutzen.
Das mit der Handpumpe hat irgendwie gar nicht funktioniert und fühlte sich auch ganz seltsam an. Bald habe ich das Projekt "Unabhängigkeit" wieder aufgegeben und die Chaosbraut bis zum Ende unserer Stillzeit voll gestillt. Das war okay, denn für mich gibt es nichts Zufriedeneres als ein frisch gestilltes Baby. Trotzdem...

In der zweiten Schwangerschaft kam schnell der Gedanke, dass es von Vorteil sein würde nicht ausschließlich zu stillen. Schließlich möchte auch die ältere Schwester zwischendurch etwas exklusive Mama-Zeit genießen und das Ding mit der Freiheit und Unabhängigkeit war mir nach wie vor wichtig. Auch ist es beim zweiten Kind sicher mal entspannend eine Mahlzeit an den Vater abgeben zu können.
Natürlich kann man für solche Fälle auch zu Fertignahrung greifen, aber die Vorteile von Muttermilch sind mir schon sehr wichtig. Außerdem kann die Mischung von Muttermilch und Fertignahrung bei empfindlichen Babys Bauchschmerzen bzw Blähungen verursachen.
Entschieden habe ich mich dann also für die elektrische Milchpumpe Medela Swing. Es musste für mich unbedingt eine elektrische Pumpe sein, denn bei meinen früheren Versuchen mit der Handpumpe fühlte ich mich einfach total unwohl (abgesehen davon, dass die Pumperei ordentlich in die Hände und Unterarme geht).
Und dass eine Milchpumpe nicht nur eine "Luxusausrüstung" für freiheitsliebende Mütter ist, mussten wir dann auch erleben....

Die Milchpumpe wurde erstmal in den Schrank geräumt, schließlich wollte ich zunächst ganz natürlich eine Stillroutine aufbauen, bevor ich anfange hin und wieder abzupumpen. Als unsere Kleine dann aber drei Tage nach der Geburt auf die Neugeborenenstation verlegt wurde, verkabelt und mit einer Atemhilfe.... da saß ich früher als gedacht an der Milchpumpe.
Als das Chaosbaby 8 Wochen alt war, hatte sie schon fast die Hälfte der Zeit im Krankenhaus verbracht - zwei Lungenentzündungen sei Dank! Nach dem ersten Krankenhausaufenthalt schaffte ich es nur dank ständigem Anlegen und besonders durch zusätzliches Abpumpen, ein vorzeitiges Abstillen zu verhindern und überhaupt eine Stillroutine aufzubauen.
In beiden Krankenhausaufenthalten - während denen es auf Grund des Gesundheitszustandes und der ganzen Kabel und Schläuche nicht möglich war die Kleine zu stillen - hielt ich durch Abpumpen die Milchproduktion aufrecht. Und über die Magensonde bekam das Chaosbaby dann bei jeder Mahlzeit meine Muttermilch gefüttert. Dank meiner Milchpumpe konnte die Kleine trotz allem fast ausschließlich mit Muttermilch versorgt werden.
Ich bin keine Stillmutti auf Teufel komm raus und verfluche keine Mutter, die ihrem Kind Fertignahrung gibt. Aus meiner Sicht ist Muttermilch aber das Bessere, das Natürlichere, das Gesündere - und nebenbei im Alltag unglaublich praktisch. Ich wollte das Thema "Stillen" nicht einfach aufgeben und zumindest alles versuchen, was in der Situation möglich ist.

Und wir haben es geschafft - das Chaosbaby bekommt ausschließlich Muttermilch und bei jeder Mahlzeit könnte ich platzen vor Freude, dass wir zwei trotz allem zueinander gefunden haben. Und ein bisschen stolz macht es mich auch, dass ich nicht aufgegeben habe.
Ohne meine Milchpumpe wäre das nicht möglich gewesen.

Ich wünsche jedem von euch, dass eine Milchpumpe "nur" eine Luxusausrüstung für mehr Freiheit und Unabhängigkeit ist - sei es um mal mit den Freundinnen essen zu gehen, trotz Berufstätigkeit weiter zu stillen, um in stressigen Zeiten anderen das Füttern zu überlassen, oder einmal ungestört zum Friseur zu gehen. Schon dafür lohnt sich eine solche Anschaffung! Doch vielleicht muss man auch mal Milch abpumpen, weil man beim Zahnarzt eine Betäubung braucht und die nächste Milchmahlzeit dann lieber verwerfen sollte? Oder weil man selber einmal gesundheitlich angeschlagen ist? Oder weil die Milchproduktion nicht recht in Gang kommen will? .... Es gibt viele gute Gründe für eine Milchpumpe und ich muss sagen es lohnt sich, dabei zu einer komfortablen elektrischen Pumpe zu greifen.

Und für diejenigen, die jetzt über eine solche Anschaffung nachdenken, noch kurz ein paar Worte zur Medela Swing:

Die Swing ist eine elektrische Milchpumpe für einseitiges Abpumpen.

Zum Lieferumfang gehören:
- die handliche Pumpe
- ein Pumpset inklusive Milchflasche (Brustaufsatz in Größe M)
- Calma Sauger (kostet einzeln 10€)
- Transportbeutel
- Netzteil
- Schultergurt & Aufbewahrungstasche

Die Pumpe ist wunderbar handlich und klein und passt damit sogar in die Handtasche (wenn man z.B. auf der Arbeit oder auf Reisen abpumpen möchte).
Über die Knöpfe auf der Oberseite ist sie kinderleicht zu bedienen: Der Knopf mit dem runden Symbol schaltet die Pumpe ein bzw aus. Die +/- Knöpfe erhöhen bzw reduzieren die Pumpstärke und über den unteren Knopf wechselt man zur zweiten Pumpphase.

Die Medela Swing verfügt nämlich über die sogenannte 2Phasen-Technologie, denn jeder der schon einmal gestillt hat weiß, dass das Baby nicht direkt lostrinkt als laufe die Milch direkt in Sturzbächen. Die erste Phase hat also einen stimulierenden Rhythmus, der die Milchproduktion anregt - so wie auch das Baby es tut. Erst danach wechselt die Pumpe automatisch in die zweite Phase. Hier fühlt es sich an, als sauge das Baby in ruhigen, langen Zügen. Über den Knopf mit den Tropfen kann man die erste Phase überspringen oder verkürzen, zB wenn die Milch schon frühzeitig anfängt in die Flasche zu laufen.

Ich fühle mich mit der Pumpe unheimlich wohl. Natürlich ist es zunächst ein etwas ungewohntes Gefühl und der Gedanke an die letzte Fernsehreportage zum Thema Milchkühe wird bei dem ein oder anderen sicher aufkommen ... die Pumpe arbeitet aber so ruhig und vor allem effektiv, dass man sich schnell daran gewöhnt und in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielt.

Eine sinnvolle zusätzliche Anschaffung zur Pumpe ist das StarterKit von Medela, denn damit seid ihr komplett ausgestattet. In diesem Set findet ihr weitere Milchflaschen, die praktischen Muttermilchbeutel (genial für's Einfrieren der Milch. Meine sind leider nach einmaligem Gebrauch im Krankenhaus abhanden gekommen), 12 Stilleinlagen, ein weiterer Camla Sauger, Brustwarzenpflege und ein Quickclean Mikrowellenbeutel. Damit desinfiziert ihr euer Pumpenzubehör schnell und einfach in der Mikrowelle (gut geeignet wenn ihr irgendwo zu Besuch seid oder zB im Urlaub).
Das Kit kostet rund 25€ und ist auch ein tolles Geschenk zur Geburt!
Medela-Zubehör wie zB ein neues Pumpset (erhältlich in verschiedenen Größen), Muttermilchflaschen und -beutel, Sauger, Stilleinlagen etc. bekommt ihr in jeder guten Apotheke oder in diversen gängigen Onlineshops.

Die Pumpe wurde uns von Medela kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank dafür und für den sehr freundlichen Kontakt!

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