Montag, 22. August 2016

Was beim zweiten Mal anders ist...

Die zweite Schwangerschaft ist anders. Nicht nur, dass mir diesmal diverse Schwangerschaftskrankheiten erspart blieben - es ist einfach ganz anders als bei der Chaosbraut. Was ich meine? Z.B. das hier....

1. In welcher Woche bin ich nochmal?
In der ersten Schwangerschaft hättet ihr mich nachts wecken können und ich hätte euch wie aus der Pistole geschossen sagen können "Ich bin bei 30 + 5!" . Jetzt bin ich froh, wenn mir auf Anhieb überhaupt einfällt in der wievielten Woche ich eigentlich bin.
Damals wurde der Tag des Wochenwechsels fast gefeiert, während mir heute im Laufe der Woche einfällt, dass die Angabe "30ste Woche" ja schon seit Tagen nicht mehr stimmt.

Mein Bauch in der 31. SSW

2. Mehr Realität beim Shopping
Da das Chaosbaby ja auch wieder ein Mädchen wird, müssen wir eigentlich gar nicht viel neu kaufen. Natürlich will man hier und da auch etwas Neues haben oder kann an besonders schönen Dingen nicht vorbei gehen, aber was das Shopping angeht ist man der Realität ein bisschen näher gekommen.... Braucht man wirklich diesen Badewannensitz? Wieviel muss ein Babybody, der etwa 3 Wochen lang passt, wirklich kosten? Muss das Neugeborene wirklich schon ein Mobile über der Nase baumeln haben? Sind 10 Hosen in Größe 56 vielleicht zu viel? .....

3. Keine Zeit für Baby-Googeln und Foren-Lektüre
Wie viel Zeit habe ich in der ersten Schwangerschaft am PC verbracht, habe sämtlich Fragen rund um Babyausstattung, Babypflege, Schwangerschaftsbeschwerden, Geburt und Wochenbett gegoogelt und gefühlt alle existenten Beiträge in irgendwelchen Schwangerschafts- oder Babyforen durchgelesen. Das war damals, als man noch Zeit dafür hatte. Als man nicht nach einem Tag mit Arbeit, Kinderbespaßung und Haushalt rechtzeitig zur Tagesschau auf dem Sofa einschlief. Und das war vor der Erkenntnis, dass die Erfahrungen anderer Menschen eben nicht die eigenen sein müssen.

Das Chaosbaby lutscht am Daumen
4. Schwangerschaftsgespräche verkürzen sich
Welche Erst-Schwangere kennt es nicht? Überall lauern liebe Mitmenschen, die sich interessiert nach der Schwangerschaft erkundigen, die von ihren Erfahrungen erzählen, Tipps geben oder von ihren eigenen Entbindungen berichten. Nicht so in der zweiten Schwangerschaft. Auf wundersame Weise verstummen alle Erfahrungsberichte und Ratschläge sobald klar ist, dass es sich um die zweite Schwangerschaft handelt. Das Gefühl der Mitmenschen der armen Erstschwangeren wertvolles und bisher unbekanntes Wissen mit geben zu können ist verflogen. Dafür kommt eine neue Art Gespräch dazu, nämlich der....

5. Geschwister-Smalltalk
Während ich in dieser Schwangerschaft (zum Glück) oft nur kurz gefragt werde wie es geht, muss die Chaosbraut immer wieder Fragestunden oder gute Ratschläge über sich ergehen lassen. Nachdem die Kleine unendlich oft nach dem (bisher geheimen) Namen der kleinen Schwester gefragt wurde, gab sie dem Baby kurzerhand den Namen "Schnitzel" und erstickt damit jede weitere Namensfrage irgendwelcher Mitmenschen im Keime.
Besonders beliebt ist auch die Frage "Freust du dich denn schon auf das Geschwisterchen!?", auf die die Chaosbraut - ihrer guten Erziehung brav folgendend - stets mit einem "ja" antworten muss und sich bei der Aussage "Dann musst du dich aber auch immer gut um die kleine Schwester kümmern!" wahrscheinlich jetzt schon wünscht sie könne bitte ewig ein Einzelkind bleiben.
Beliebt sind auch Sätze wie "Tust du dann der Mama immer fein helfen, ja?" (und zwar genau in dieser Formulierung!) oder der sehr realitätsnahe Hinweis "Dann hast du ja bald einen zum spielen!" (weil Säuglinge bekanntlich so gut spielen können und die Chaosbraut dann auf ihre gleichaltrigen Kindergartenfreunde verzichten kann).

Die Chaosbraut ist vorbereitet! Sie hat ein Geschwister-Diplom!

6. Gedanken an die Entbindung
In der ersten Schwangerschaft war klar: Irgendwie muss das Kind da raus und ich hörte davon, dass das weh tun soll!
In der zweiten Schwangerschaft ist klar: Oh sch***, das wird die Hölle!
Auch wenn die Geburt der Chaosbraut schnell ging und Schmerzen und Sorgen tatsächlich nach einiger Zeit vergessen (bzw verdrängt) sind - auch in Sachen Geburt ist man der Realität ein Stück näher gekommen und ich weiß jetzt, dass, anders als auf RTL II, keine romantische Musik eingespielt wird, wenn der kleine Wonneproppen an die frische Luft gespült wird.

7. Der Mutterpass
Während ich das gute Stück in der ersten Schwangerschaft wie den heiligen Gral stets in meiner Handtasche spazieren trug, liegt er nun zu Hause herum. Beinahe wäre er schon einmal ins Altpapier gerutscht und einen Morgen habe ich vor dem Frauenarzttermin eine gefühlte Ewigkeit danach suchen müssen. Immerhin habe ich es geschafft eine Hülle dafür zu nähen, schließlich habe ich das für die Chaosbraut auch gemacht. Und damit sind wir schon bei Punkt Nr. 8....

8. Bitte immer schön gerecht bleiben
In der ersten Schwangerschaft habe ich Tagebuch geführt. In den praktischen kleinen Kalender habe ich pünktlich jede Woche etwas hinein geschrieben, inklusive dem aktuellen Gewicht und Bauchumfang.
Etwa in der 16. Woche habe ich es geschafft auch für die zweite Schwangerschaft einen solchen Kalender zu kaufen. Meist muss ich gleich mehrere Wochen rückwirkend etwas hinein schreiben, weil ich einfach nicht jede Woche dazu komme. Einen Bauchumfang habe ich bis heute noch nicht gemessen.
Außerdem muss ich für das Chaosbaby dringend noch eine Namensgirlande nähen, die ich für die Chaosbraut zu dieser Zeit natürlich längst fertig hatte. Ach, und jetzt erinnere ich mich daran, dass ich noch ein kleines Notizbuch kaufen muss, um die besonderen Ereignise und Meilensteine des Chaosbabys nach der Geburt darin mit Datum festzuhalten - schließlich habe ich das für die Chaosbraut auch gemacht! Wenn der Stress die beiden Schwester gleich zu behandeln jetzt schon anfängt, möchte ich gar nicht an die Zeit nach der Geburt denken.....


Ihr seht also, ein zweites Mal schwanger zu sein ist irgendwie anders. Aber wie ich finde ist es nicht wenig schön!



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