Montag, 28. März 2016

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Was einem Sicherheit und Entspannung im Alltag gibt, kann einen zuweilen auch Nerven - die Alltagsroutine.
Schon vor dem ersten Kind hat jeder Mensch seine ganz eigenen Alltagsritual... wir kämmen uns vielleicht die Haare immer erst auf der linken, dann auf der rechten Seite. Oder vielleicht putzen wir die Zähne immer von rechts unten ausgehend im Uhrzeigersinn, oder wir klopfen uns immer in der selben Art die Jacke glatt..... Der Mensch ist einfach ein Gewohnheitstier, der eine mehr, der andere weniger. Aber ein kleiner Alltagsspießer steckt in jedem von uns.

Spätestens mit Kindern fängt man an, das Leben mit immer mehr Routine zu füllen. Auch bei uns ist das so. Zum einen, weil sich bestimmte Vorgehensweisen einfach bewährt haben, zum anderen weil in der gewohnten Routine jeder genau seine Rolle und seine Aufgabe kennt. Es erleichtert den Alltag und macht ihn besonders für die kleine Chaosbraut berechenbarer.

Wo sich bei uns Alltagsrituale finden?

Das fängt schon früh am morgen an. Da der Chaospapa und ich arbeiten gehen und die Chaosbraut in den Kindergarten geht, müssen wir uns alle zeitig fertig machen. Ich stehe ein paar Minuten früher auf, gehe duschen, mache mich fertig und wecke dann die Chaosbraut. Mal kommt sie besser, mal schlechter aus der Kiste. Aber sie weiß, dass sie sich morgens direkt anziehen muss. Wir knuddeln also ein bisschen, dann helfe ich ihr beim anziehen. Wenn wir alle drei fertig angezogen sind, gehen wir zusammen nach unten.
Mit mittlerweile routinierten wenigen Handgriffen ist unser Müslifrühstück aufgetischt. Wir essen unter der Woche eigentlich jeden morgen Müsli. Die Chaosbraut isst das Bärenmüsli vom DM, ich esse meist eine Haferflocken-Nuss-Mischung.
Während die Chaosbraut schon ihre ersten Löffel genießt, versuche ich noch schnell das haarige Chaos auf dem Kinderkopf zu bändigen. Was morgens am Frühstückstisch noch nach einer geordneten Frisur aussah, ist aber am Mittag nach dem Kindergarten nur noch ein wilder Haufen Haare.

Nach dem Frühstück fahre ich schon zur Arbeit. Ich bin dann früh im Büro und kann mittags pünktlich zur Abholzeit im Kindergarten Feierabend machen.
Der Chaospapa und die Chaosbraut gehen in Ruhe Zähneputzen, lesen noch ein Buch und fahren dann in den Kindergarten.

Direkt vom Büro aus geht es für mich am Mittag zum Kindergarten. Das bedeutet für mich, dass ich bereits am Morgen eine Tasche für die Nachmittagsunternehmungen im Auto haben muss - Matschhose für den Spielplatz, Wechselkleidung für eventuelle "Unfälle", Snacks und Getränk für Zwischendurch, Sportsachen für Kinderturnen oder Tanzen.
An den Nachmittagen vertreiben wir uns also die Zeit mit den alltäglichen Besorgungen, Spielbesuch bei Freundinnen, Kinderturnen oder Kindertanzen.
Wenn wir dann am frühen Abend nach Hause kommen, hört und sieht man oft nicht viel von der Chaosbraut, denn nach den langen und ereignisreichen Tagen ist sie oft froh zu Hause zu sein und in Ruhe mit ihren Sachen zu spielen.

Beste Voraussetzungen, um das Abendessen zu kochen. Ob wir drei zusammen essen hängt davon ab, ob der Papa lange arbeiten muss, oder ich zum Sport gehe. Meistens schaffen wir es aber, zusammen am Tisch zu sitzen.
Nach dem Essen werden die Zähne geputzt, der Schlafanzug angezogen, eine Geschichte gelesen, ein Lied gesungen ..... und dann geschlafen - fertig!
Ich muss wirklich sagen, dass wir viel Glück mit den Schlafgewohnheiten der Chaosbraut haben. Schon früh konnten wir nach dem gemeinsamen Abendritual einfach das Zimmer verlassen. Sie schläft problemlos ein. Wenn sie noch ein wenig aufgekratzt ist, nimmt sie sich noch ein Buch oder singt irgendwelche Lieder vor sich hin.

Und dann gibt es da noch viele kleine Rituale:

Fernsehen gibt es bei uns z.B. nur Sonntags. Dann kuscheln wir uns zu dritt auf die Couch und gucken Biene Maja, Lauras Stern, die Augsburger Puppenkiste oder Leo Lausemaus - max. 20 Minuten. Für die Chaosbraut ist das eine feste Regel geworden, so dass sie unter der Woche überhaupt nicht nach Fernsehen verlangt.

Ein weiteres Alltagsritual: Wenn wir nach Hause kommen, legt jeder seine Schuhe in "seine" Box der Schuhbank und hängt seine Jacke an "seinen" Haken. Nachdem die Chaosbraut eine eigene Box und einen eigenen Kinderhaken bekommen hat, klappt das erstaunlich gut.

Wir gehören zu den "Piep Piep - Familien"! Wir fangen erst an zu essen wenn alle am Tisch sitzen und wenn wir zusammen "Piep piep piep, wir haben uns alle lieb, guten Appetit!" gesagt haben. Klingt vielleicht albern, für uns ist es aber der Beginn des gemeinsamen Essens und ein Symbol dafür, dass wir uns jetzt alle wieder am Familientisch eingefunden haben.
Ob man nun unbedingt diesen Satz aufsagen muss ist ja schnurz. Von mir aus könnten wir auch aus Goethes Faust zitieren oder die Nationalhymne singen. Ich gebe zu, dass ich von dieser Routine in Restaurants aber meist abweiche. Als wir doch mal mit der ganzen Familie (zusammen mit Oma, Opa, Tante, Onkel....) plötzlich im Chor "Piep piep" aufsagten, wurde es im restlichen Lokal sehr still .....

Ein Ritual das die Chaosbraut eingeführt hat ist das Schmink-Ritual. Ich kann gar nicht mehr sagen wie es angefangen hat, aber irgendwannn hatte die Chaosbraut begriffen, was in den ganzen bunten Tuben und Fächern im Drogeriemarkt steckt. Der erste Weg im Drogeriemarkt führt uns also immer in die Schminkabteilung, wo ich der Chaosbraut wahlweise mit einem Lippenstift ein Herz oder mit bunten Lidschatten einen Regenbogen auf den Handrücken malen muss.

Der Parkscheinautomat: Kein Parkschein ohne Einsatz der Chaosbraut. Geld rein, Knopf drücken, Zettel in die Windschutzscheibe legen - eine gewichtige Aufgabe, die die Chaosbraut gewissenhaft wahrnimmt.

Die Frühstücksschale: Jeder bringt seine Frühstücksschale in die Küche! Ein eher unbeliebtes Ritual der Chaosbraut. Man könne fast meinen die Küche läge mehrere Kilometer vom Esstisch entfernt und die Frühstücksschale hätte das Gewicht von 3 Elefanten. Ob nun Ritual oder eher eine Regel - es wird gemacht. Mal mehr mal weniger engagiert.

Ich bin eine Puste-Mama! Egal ob ein abgetrennter Finger oder nur eine leichte Kollision mit der Tischkante - bei uns wird jedes "Aua" weggepustet. Auch wenn ich mir dabei schon manchmal etwas bekloppt vor komme, wirkt es wahre Wunder! Abgetrennte Finger sind plötzlich wieder angewachsen, klaffende Wunden werden zu kleinen Kratzern und imaginäre Schmerzen verschwinden in sekundenschnelle. Das ein oder andere Mal fühlte ich mich in der Öffentlichkeit schon schräg beäugt, aber Sch*** drauf- wenn's doch wirkt!

... ihr seht also: Wir haben eine feste Alltagsroutine, aber auch viele kleine Rituale die uns durch den Tag begleiten. Sie bringen Ruhe in unseren Tag, sind manchmal zum schmunzeln und manchmal Grund für Streit - so ist das eben in einer Familie.




Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Aktionn "Muttiple Choice". Einen Monat lang könnt ihr bei verschiedenen Bloggern Beiträge zu einem Thema finden.
Mit dabei sind:

Ann-Kathrin von Munchkins Happy Place

Sarah von Mamagogik

Julia von Sommernachtschaos

Katha von ichundduunddu

Anja von Gänseblümchen und Sonnenschein

Lea von bunt leben mit lea





1 Kommentar:

  1. Schöner Artikel - vor allem das Schminkritual find ich klasse!
    Und ich beneide dich ein bisschen, dass du morgens nicht mit der Chaosbraut Zähne putzen musst. Ich bin einfach immer froh, wenn das erledigt ist. Da die babymaus jetzt auch schon Zähne hat, muss ich nun 2 Kindern die Zähne putzen... *augenroll*
    Aber was tut man nicht alles... :)

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