Sonntag, 15. März 2015

Flüchten für Fortgeschrittene

Wie ich ja vor Kurzem berichtete, hat sich die Chaosbraut entschlossen zum "Problemschläfer" zu werden. Vielleicht ist dieses Wort etwas hart, aber da sie vorher ohne einen Ton innerhalb von wenigen Minuten einschlief (und durchschlief), kann ich den momentanen Zustand nicht anders beschreiben.

Jeder von euch kann mir sicherlich von den abenteuerlichsten Zubettgeh-Kämpfen erzählen, aber was ich viel interessanter finde: Wie verlasst ihr am Abend das Kinderzimmer?
Ich habe in den vergangenen 2 Jahren (und besonders in den vergangenen 2 Wochen) verschiedene "Fluchtstile" ausprobiert:

1. Die Ballerina
Die klassische Weise ein Kinderzimmer zu verlassen, ist wohl das Laufen auf Zehenspitzen. Man könnte dieser Laufart noch einen Trainingseffekt für die Waden abgewinnen, aber Mädels, mal ehrlich: Wer will schon dicke Waden? Außerdem ist diese Laufart irgendwie wackelig und dafür haben die lieben Kleinen ja eine Antenne.

2. Das 3Finger-Faultier
Diese Faultierart ist bekannt für ihre langsamen Bewegungen und durchaus ein Vorbild was die elterlichen Fluchtstile angeht. Jeder Schritt muss dabei äußerst langsam und geräuschlos erfolgen. Der zeitliche Abstand der einzelnen Bewegungen darf dabei nicht unter 30 Sekunden liegen! Andernfalls könnte das Kind einen Zusammenhang zwischen den leisen Geräuschen erahnen und die elterliche Flucht bemerken.

3. Das Buckel-Faultier
Analog zu Punkt 2 gibt es den Faultier-Stil auch in gekrümmter, d.h. nach vorne gebeugter, Haltung. Die Haltung gleicht einer buckeligen alten Dame und verhindert, dass die elterliche Flucht bei einem plötzlichen Augenaufschlag des Kindes optisch wahrgenommen wird.

4. Der Gepard
Geschmeidig, geräuschlos und schnell. Wenn man die Nase einfach voll hat, ist dieser Fluchstil zumindest einen Versuch wert. Nicht lang zögern, Luft anhalten und möglichst schnell und geräuschlos flüchten. Ein Fluchtstil mit eher geringer Erfolgsquote.

5. Das Wutmonster
Irgendwann liegt jeder Nerv blank, der Akku ist leer, die Geduld am Ende. Und auch die lieben Kleinen müssen doch mal lernen, dass irgendwann einfach Schluss ist!? Um dieser Aussage Ausdruck zu verleihen, kann man wutschnaubend und demonstrativ das Zimmer verlassen. Erfolgsquote? Unter 0,1 %

Für alle, die während der Einschlafphase vor dem Kinderbett sitzen, gibt es noch zwei weitere Fluchtstile:

6. Spiderman
Eine gerade für Eltern mit Holzboden interessante Fluchtweise, denn hier verteilt sich das elterliche Gewicht gleichmäßig und verhindert (oder minimiert) das Knacken im Holz. Allerdings setzt diese Form der Fortbewegung eine gewisse Grundfitness voraus, denn gelaufen wird hier auf den Zehen- und Fingerspitzen.

7. Die Spinne
Wie ich finde der Beste aller Fluchtstile. Auch wir kämpfen mit einem Holzboden und seinem auditiven Eigenleben. Gelaufen wird hierbei ebenfalls auf allen Vieren, allerdings mit Blickrichtung an die Decke. Der Vorteil ist, dass man aus der (vor dem Bett) sitzenden Position sehr leicht und geräuschlos in diese Position übergehen kann. Sollte die Flucht bemerkt werden, kann man ganz bequem wieder in die sitzende Position zurück kehren und so tun als sei nichts gewesen.


Jetzt überlege ich ernsthaft, einen Ratgeber zu dem Thema zu schreiben ;-)

Und wie flüchtet ihr?

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