Donnerstag, 4. September 2014

Meine große Chaosbraut

Pullover: Steiff, Halstuch: Lässig
Es gibt Momente im Mutter-Dasein, die ewig dauern könnten. Oder ich würde sie gerne abspeichern, um sie immer und immer wieder erleben zu können. Das sind kleine Augenblicke, in denen einem das Herz aufgeht, die für den ein oder anderen anstrengenden Tag oder das ein oder andere Heultheater mehr als entschädigen und einem bewusst machen, dass man das größte Glück auf Erden "besitzt"!

Solche Momente können z.B. Gesten sein: Seit neustem werden wir von der Chaosbraut herzlich gekuschelt. Wenn ich sie auf dem Arm habe, dann legt sie ihre Arme um meinen Hals, schmiegt ihren Kopf an meinen und bleibt einen langen Moment so liegen. Das ist einer der schönsten Momente die es gibt!

Der neuste Hit: Ein eigener Einkaufswagen
Oder es sind Situationen, die man beobachten darf: So kuschelte die Chaosbraut vor ein paar Tagen in ihrer Kuschelecke mit dem großen Bär. Dann setzte sie sich auf, nahm ein Buch in die Hand und nahm den großen Bär so in den Arm, dass er mit in das Buch gucken konnte. Dann hat sie ihm vorgelesen (aus einem meiner alten "Lustigen Taschenbücher"). Als sie fertig war stand sie auf, sagte "Bett", watschelte mit dem Bär im Arm zu ihrem Gitterbett und warf ihn hinein. Dann wurde ich lautstark aufgefordert den Bär zuzudecken ( "Mamaaa! Gecke!") und als der Bär dann auch noch "geschnarcht" hat, hat sie sich schlapp gelacht.
Der Bär, der übrigens nur unwesentlich kleiner ist als sie, wird momentan sehr bemuttert. Ihm wird vorgelesen, er muss auch Rutschesocken anziehen und wenn ich der Chaosbraut ein Buch vorlese, dann muss er mit auf dem Schoss sitzen.


"Mama chööö!"
Außerdem spielt sie neuerdings gerne "Abschied". Klingt zwar erst mal traurig, aber im Grunde ahmt sie nur nach was sich jeden Morgen bei uns abspielt: Mama packt ihre Handtasche, hängt sie sich um, verabschiedet sich und geht zur Haustür. Also was macht die Chaosbraut? Packt ein paar Spielfiguren und Bausteine in einen kleinen Beutel, wirft ihn sich über die Schulter, winkt, ruft "Mama chööö!" und geht in Richtung Haustür :-)

Auch wenn ihr der Abschied manchmal noch schwer fällt, wenn sich die Familie morgens in verschiedene Richtungen verstreut oder die Mama abends zum Sport fährt. Sie hat verstanden, dass Mama und Papa immer wieder kommen und hat gelernt "chööö" zu sagen. Auch wenn mir eigentlich jeden morgen das Herz blutet, wenn die Chaosbraut auf dem Fensterbrett steht und mir lächelnd hinterher winkt -  die Entscheidung für eine Tagesmutter war für uns genau richtig. Sie freut sich morgens auf ihre Tagesmutter und die anderen Kinder. Es wird gemalt, getobt und gespielt. Und ich bin stolz auf meine Maus, wenn die Tagesmutter berichtet wie sozial sie sich den anderen (kleineren) Tageskinder gegenüber verhält!

Die Quengelphase der letzten Wochen ist überstanden - plötzlich passen viele Pullover nicht mehr, die Schlafsäcke sind zu kurz, die Maus koppelt zwei Worte aneinander und sie hat mit ihren kleinen Rollenspielen angefangen - das war wohl ein klassischer Entwicklungsschub :-)

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