Freitag, 10. Januar 2014

Alles hat ein Ende...

... auch die Elternzeit hat eins! (und die Kölner unter euch wissen: Nur die Wurst hat zwei! ;-) )

Wir nähern uns mit großen Schritten dem Ende einer ganz besonderen Zeit. Ein Jahr lang war ich (fast) durchgehend mit meiner Chaosbraut zusammen. Vom schlafenden kleinen Säugling, über die ersten Greifversuche, den ersten Brei, die ersten kleinen Spiele, die ersten Roll- und Krabbelversuche und die vielen schönen gemeinsamen Ausflüge und Unternehmungen hinweg waren wir zusammen. Ich habe all ihre Entwicklungsschritte jeden Tag hautnah mitbekommen. Wir konnten immer entspannt den Tag beginnen und sehen worauf wir Lust haben. Meine ganze Welt hat sich nur um sie gedreht und jetzt ..... !?

Schnullersuppe ;-)

Bald wird sich wohl etwas Hektik breit machen. Morgens müssen zwei Erwachsene zur Arbeit und eine kleine Chaosbraut zur Tagesmutter. Aufstehen, Anziehen, Frühstücken... alles nach Plan. Und dann ist sie plötzlich jeden Tag für 6 Stunden nicht bei mir!
Ich werde nur vormittags arbeiten. Die Nachmittage gehören also immer noch uns, aber trotzdem ... es fühlt sich komisch an.

Ich habe mich eigentlich nie für eine Glucke gehalten. Auch die Chaosbraut ist kein Kind, das nur am Rockzipfel hängt. In Pekip- und Babygruppen robbt sie immer ganz selbständig durch die Gegend. Es wäre ihr total egal, wenn ich den Raum verließe ... sie würde es wahrscheinlich nicht mal bemerken.

Mamaaa .. mach mal "kuckuck"!
Und trotzdem graut es mir vor dem Ende.

Doch wenn ich ehrlich bin, war die Elternzeit nicht nur Sonnenscheinzeit! Wie oft habe ich geflucht (auch laut und heftig) wenn die Chaosbraut mir den letzten Nerv geraubt hat! Wenn sie nur gestillt werden wollte, nicht schlafen wollte, bei den Mahlzeiten einen Zwergenaufstand geprobt hat, nur herum getragen werden wollte, meine ganze Kleidung vollgespuckt hat und ich mich gefragt hab wann ich wohl wieder duschen kann, geschweige denn ein paar Minuten etwas für mich tun!?

Wenn etwas zu Ende geht, verherrlicht man es ja gerne und vergisst die Tiefpunkte. Davon gab es in der Elternzeit einige. Es war wohl die anstrengendste Zeit in meinem bisherigen Leben ... aber eben auch die Schönste!!! Manchmal fühlte ich mich etwas überfordert ,aber ganz oft auch unterfordert!  Wie oft habe ich es auch vermisst zu arbeiten, etwas zu "schaffen", was nicht mit Windeln und Brei zu tun hat! "Endlich wieder am Leben teilnehmen" hab ich immer gesagt. Abends etwas anderes erzählen können als die Anzahl der verbrauchten Windeln und in Gesprächen mit Freunden auch wieder Themen außerhalb der Windelwelt haben!

Ich verurteile keine Mutter, die es nicht wieder in die Arbeitswelt zieht, genauso wenig wie solche, die schon früh und in Vollzeit wieder arbeiten. Jeder muss da seinen Weg finden! Mir war immer klar, dass ich keine Vollzeitmutter bin. Aber wieder arbeiten zu gehen fällt mir schwerer als ich gedacht hätte.

Diese Zeit wird nie wieder kommen! Und mit einem zweiten Kind werden die ersten Monate nie so sein, wie diese letzten 12 Monate.

Der 1. Geburtstag der Chaosbraut wird unser letzter gemeinsamer Tag der Elternzeit ... wir werden ihn angemessen feiern!

Kommentare:

  1. auch im norden weiß man dass die Wurst zwei enden hat ;)))

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    1. Und ich dachte in den Nicht-Karnevalsregionen des Landes sind solche geistreichen Lieder schon längst vergessen ;-)

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